| Molekuel-Brater |
Verfasst am: 18. Dez 2024 09:20 Titel: Bindungsstaerke aus Thermogravimetrie ermittelbar? |
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Meine Frage: Hallo,
ich habe einen neutralen Solvatkomplex, d.h. eine Koordinationsverbindung, in welcher ein organisches Loesemittelmolekuel an das Zentralatom bindet. Der Komplex existiert mit und ohne dieses zusaetzliche Loesemittelmolekuel als Liganden (dann halt mit einer Koordinationszahl um eines kleiner).
Der Solvatkomplex wurde mittels Thermogravimetrie untersucht. Das Thermogramm weist eine scharfe Zersetzungstemperatur mit einem Massenverlust auf, der exakt dem Abgang des Solvensmolekuels entspricht. Erst ab deutlich hoeherer Temperatur setzt dann die (vermutliche) Zerstoerung der solvensfreien Verbindung ein.
Zum Vergleich wurde auch der loesemittelfreie Komplex per TGA untersucht. Hier findet sich die erste Zersetzungsstufe, welche im Solvatkomplex auftrat, nicht - aber die (vermutliche) Zerstoerung der solvensfreien Verbindung zeigt den identischen Verlauf (Temperaturbereich und Masseverlust) wie zum Ende des ersten Experiments mit dem Solvatkomplex.
D.h. die beobachtete Zersetzung im Solvatkomplex entspricht dann dem Uebergang zum solvensfreien Komplex.
Besteht jetzt die Moeglichkeit, aus dieser Zersetzungstemperatur Aussagen ueber die Bindungsstaerke des Loesemittelmolekuels zum Zentralatom zu machen? D.h. kann man aus der Zersetzungstemperatur quantitativ folgern, dass (zum Beispiel) "...die dative Bindung des Solvatmolekuels hat eine Staerke von 12.3 kJ/mol..."
Ist sowas moeglich?
Meine Ideen: Bindungsdissoziationsenergien kann man in Tabellen nachschauen, diese sind aber auf kovalente Bindungen beschraenkt. Was macht man aber jetzt mit dativen Bindungen?
Betrachtet man das Ganze als Umkehrung eines Gleichgewichts (Bindung zu, Bindung offen) und startet dann mit DELTA G = - RTlnK?
Aber was waere dann denn K?
Oder sehe ich das jetzt viel zu kompliziert? |
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