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AC-Gast
Verfasst am: 11. Jun 2024 10:47
Titel: Biuret
Zitat:
Allerdings ist in dieser Form nicht ersichtlich, ob es sich um eine
Redoxreaktion
oder eine Säure-Base-Reaktion handelt. Beides ergibt aufgrund des fehlenden Ladungsausgleichs wenig Sinn
Die Biuret-Reaktion ist keine Redoxreaktion,nur eine Komplexbildungsreaktion,wo unter den gegebenen Bedingungen teilweise Liganden deprotoniert vorliegen.
Man kann verschiedene Strukturen des "Biuret-Komplexes" formulieren,die sich in der Geometrie,Ligand und "Ladung" der Liganden unterscheiden.
Allg. bildet Kupfer(II) mit Peptiden und Proteinen einen Komplex,wo das Cu2+
vierfach koordiniert ist durch die koordinierenden Funktionen zweier Peptid-/Proteinstränge.
Meist vereinfacht wie bei b,wo zumindest beachtet wird,daß unter den stark bsischen Bedingungen die NH-Gruppen der Peptidbindungen protoniert werden können.Bei b erhält man so einen scheinbar "neutralen Komplex",welcher aber in Lösung bleibt aufgrund der Ladungen der anderen Peptidgruppen.
Variante C ist mWn Teil eines dynamischen Gleichgewichts zwischen N- und O-Koordination der Liganden.
Es gibt auch Darstellungen,wo der quadratisch-planare Komplex noch zwei H2O-Liganden besitzt und so oktaedrisch wird.
AC-Gast.
chemiewolf
Verfasst am: 11. Jun 2024 09:38
Titel: Re: Bindungsverhältnisse im Kupferkomplex bei Biuret-Probe
HerrWenzel hat Folgendes geschrieben:
Variante b) ist deutlich am häufigsten zu finden, doch was ist mit den H-Atomen passiert und wie stellt man die koordinative Bindung am besten korrekt dar.
die beiden H+ sind jetzt in Lösung, wo sich auch das Anion (z.B. (SO4)2-) oder die Anionen (z.B. OH-) aus der Cu-Verbindung befinden.
HerrWenzel
Verfasst am: 10. Jun 2024 21:57
Titel: Bindungsverhältnisse im Kupferkomplex bei Biuret-Probe
Hallo zusammen,
für den farbgebenden Komplex bei der Biuret-Probe für den Nachweis von Peptidbindungen habe ich verschiedene Schreibweisen gefunden.
a)
Alle 4 N-Atome aus den Peptidbindungen gehen mit ihren freien Elektronenpaaren eine koordinative Bindung mit dem
ein, die Bindung wird jeweils gestrichelt dargestellt. Dabei sitzt an allen N-Atomen noch zusätzlich ein H-Atom
b)
An 2 N-Atomen der Peptidbindung sitzen noch H-Atome, von diesen gehen gestrichelte Linien zum
Die anderen beiden N-Atome haben kein H-Atom mehr gebunden und gehen eine koordinative bzw. Elektronenpaarbindung (durchgezogene Linie ???) mit dem Zentralatom ein. z.B.
https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Biuret_Test.svg
c)
Zudem finden sich Darstellungen, bei denen keines der N-Atome ein H-Atom gebunden hat oder bei denen zwei der koordinativen Bindungen vom O-Atom der Carbonylgruppe in der Peptidbindung ausgehen.
Welche Darstellung beschreibt die Verhältnisse am zutreffendsten?
Das Schulbuch zeigt Variante a), ist aber auch nicht immer in allen Punkten fachlich korrekt. Kann man dem trauen?
Variante b) ist deutlich am häufigsten zu finden, doch was ist mit den H-Atomen passiert und wie stellt man die koordinative Bindung am besten korrekt dar.
Ich habe für b) eine Reaktion gefunden, bei der die
Ionen in der Lösung zu Wasser reagieren, was den Verlust der H-Atome erklären würde. Allerdings ist in dieser Form nicht ersichtlich, ob es sich um eine Redoxreaktion oder eine Säure-Base-Reaktion handelt. Beides ergibt aufgrund des fehlenden Ladungsausgleichs wenig Sinn. Wie kommt man also zu dieser gängigen Darstellung?