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[quote="erikhof"]Moin, nach einer Synthese stehe ich nun vor dem Problem die HPLC-Analytik des Rohproduktes auszuwerten. Hergestellt werden sollte 4-Benzylidenaminoantipyrin aus Phenazon und Benzaldehyd über eine Nitrosylierung mit anschließender Reduktion zum Amin und anschließender Iminierung mit Benzaldehyd. Es wurde zur Analytik eine HPLC mit einer Nucleodur C18ec Säule und einer Mischung aus Acetonitril, Wasser und TFA als Eluent durchgeführt. Dies entspricht ja einer RP-HPLC. Im Rohprodukt wurden nun zwei Peaks detektiert. Einer bei rund 8 Minuten mit einem Flächenanteil von 78% und einer bei ca. 16 Minuten mit einem Flächenanteil von 21%. Einer der beiden Peaks sollte ja meinem Hauptprodukt entsprechen (Ich hoffe mal, der bei 8 Minuten) und der andere einer Verunreinigung. Ich vermute, dass der zweite Peak durch Benzoesäure verursacht wird, da der eingesetzte Benzaldehyd länger nicht destilliert wurde. Andere Carbonsäuren mit aromatischem Charakter hatten bei anderen Versuchen ebenfalls Peaks bei 14-16 Minuten. Referenzsubstanzen stehen uns bei diesem Versuch warum auch immer nicht zur Verfügung. Bei einer RP-HPLC müssten ja die polarsten Stoffe eigentlich als erstes eluiert werden, da die stationäre Phase unpolar ist. Warum kommt dann die relativ polare Benzoesäure aber erst nach einem so großen Molekül wie 4-Benzylidenaminoantipyrin? Ist dies durch den TFA-Zusatz zu erklären, der die Benzoesäure protoniert, wodurch sie ungeladen vorliegt, während das 4-Benzylidenaminoantipyrin an den Stickstoffen protoniert werden könnte und damit geladen vorliegen würde? Gibt es noch andere Erklärungsansätze und macht die Peak-Zuordnung überhaupt Sinn? Vielen Dank vorab für eure Antworten! Mit freundlichen Grüßen[/quote]
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chemiewolf
Verfasst am: 01. Dez 2025 08:39
Titel:
Deine Erklärung ist schlüssig und imho richtig
willy
Verfasst am: 30. Nov 2025 13:24
Titel:
Hallo,
du könntest das einfach dadurch testen, indem du mal Benzoesäure alleine durchlaufen lässt.
Danach kann man sich dannErklärungen überlegen. Vorher ist das Kaffeesatzleserei.
erikhof
Verfasst am: 29. Nov 2025 21:02
Titel: Interpretation eines HPLC-Spektrums
Moin,
nach einer Synthese stehe ich nun vor dem Problem die HPLC-Analytik des Rohproduktes auszuwerten. Hergestellt werden sollte 4-Benzylidenaminoantipyrin aus Phenazon und Benzaldehyd über eine Nitrosylierung mit anschließender Reduktion zum Amin und anschließender Iminierung mit Benzaldehyd.
Es wurde zur Analytik eine HPLC mit einer Nucleodur C18ec Säule und einer Mischung aus Acetonitril, Wasser und TFA als Eluent durchgeführt. Dies entspricht ja einer RP-HPLC.
Im Rohprodukt wurden nun zwei Peaks detektiert. Einer bei rund 8 Minuten mit einem Flächenanteil von 78% und einer bei ca. 16 Minuten mit einem Flächenanteil von 21%. Einer der beiden Peaks sollte ja meinem Hauptprodukt entsprechen (Ich hoffe mal, der bei 8 Minuten) und der andere einer Verunreinigung. Ich vermute, dass der zweite Peak durch Benzoesäure verursacht wird, da der eingesetzte Benzaldehyd länger nicht destilliert wurde. Andere Carbonsäuren mit aromatischem Charakter hatten bei anderen Versuchen ebenfalls Peaks bei 14-16 Minuten. Referenzsubstanzen stehen uns bei diesem Versuch warum auch immer nicht zur Verfügung.
Bei einer RP-HPLC müssten ja die polarsten Stoffe eigentlich als erstes eluiert werden, da die stationäre Phase unpolar ist. Warum kommt dann die relativ polare Benzoesäure aber erst nach einem so großen Molekül wie 4-Benzylidenaminoantipyrin? Ist dies durch den TFA-Zusatz zu erklären, der die Benzoesäure protoniert, wodurch sie ungeladen vorliegt, während das 4-Benzylidenaminoantipyrin an den Stickstoffen protoniert werden könnte und damit geladen vorliegen würde? Gibt es noch andere Erklärungsansätze und macht die Peak-Zuordnung überhaupt Sinn?
Vielen Dank vorab für eure Antworten!
Mit freundlichen Grüßen