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[quote="Balthasar"][b]Meine Frage:[/b] Bin ich in diesem Forum mit der Frage richtig? Ich möchte 1000 l Heizungswasser mit einem pH-Wert von 6.8 auf ca. 8.3-9.5 erhöhen (Im System ist Kupfer und Stahl, kein Alu). Leitwert ist ca. 20µS/cm. Die Carbonathärte ist <0.25 Grad dH - genauer kann ich bisher nicht messen, will mir aber ein Kit für die Säurekapazität KS 4.3 besorgen. Kann jemand abschätzen wieviel Kaliumcarbonat K2CO3 ich dafür benötigen könnte? Und um wieviel die Zugabe wohl die Leitfähigkeit erhöht? [b]Meine Ideen:[/b] ChatGPT bringt immer wieder abhängig vom Modell völlig widersprüchliche Angaben. Ich habe, da ich noch kein reines K2CO3 habe, einen kleinen Test mit Pottasche gemacht, wo wohl auch Hydrogencarbonat mit drinnen ist. Ein einziges winziges Korn, so groß wie ein Kochsalzkorn, brachte den pH-Wert von 25ml dieses Heizungswassers auf pH 8.9 - 9.0. Die Leitfähigkeit stieg auf 40µS/cm. Die Pufferkapazität dieses Wassers ist wohl so gering, dass winzige Mengen den pH-Wert beeinflussen. Ich bin Laie, deswegen noch eine dumme Frage: könnte dieser angesichts der fehlenden Pufferung so leicht beeinflussbare pH-Wert bedeuten, dass sehr wenig echte Säure im Wasser vorhanden sein könnte und der pH-Wert sehr relativ zu betrachten ist, d.h. dass pH 6.8 zwar leicht sauer ist, aber dennoch nicht korrosiv? Angesichts Kupfer (Rohre) und Stahlbestandteile (wasserführender Holzofen) sollte der pH-Wert besonders angesichts des Stahls eigentlich über 8.3 sein.[/quote]
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Nobby
Verfasst am: 19. Feb 2025 21:50
Titel:
1 g in 10 liter Wasser in einem Eimer lösen und dann in den Tank schütten.
Balthasar
Verfasst am: 19. Feb 2025 21:24
Titel:
Okay vielen Dank. Und schade zugleich, weil ich das alles gerne mehr begreifen möchte und das Gefühl habe, dass Du das gut erklärst. Das würde ich sogar entlohnen, ist ja Arbeit für Dich.
In wieviel destilliertem Wasser müsste ich dieses Gramm NaOH mindestens lösen, damit es beim Einfüllen am Stutzen nicht ätzend gegenüber den Dichtungen wirkt? Ich kann das nicht abschätzen.
Nobby
Verfasst am: 19. Feb 2025 20:20
Titel:
Nicht soviel Gedanken machen. Ca 1 g NaOH in dem 1000 l Tank geben und den pH Wert messen.
Balthasar
Verfasst am: 19. Feb 2025 19:41
Titel:
Ah, vielen Dank. Ich habe leider keine Ahnung von den Dingen, erinnere mich jetzt aber ein wenig, Chemieunterricht: der pH ist der negative dekadische Logarithmus der Hydroniumionen-Konzentration... Okay
Die Rechnung kann ich nachvollziehen.
Sorry vorweg wieder für die dummen Fragen, Deine Antworten sind sehr erhellend, viel Wert, Danke.
Wenn der Ausgangs-PH-Wert nun doch 6.8 oder weniger wäre, dieser Messwert stimmen würde, würde das eine Rolle spielen für die Zugabe von NaOH?
Die Sache ist die: es gibt vermutlich minimale Frostschutzmittelreste im Wasser. Die gehören da natürlich nicht rein, kamen aus einem alten Leck der Solarthermie-Anlage. Deswegen wurde die Anlage gespült und neu mit Leitungswasser befüllt, dann 1 Woche mit einem Mischbettharz (UWS Heaty Smart HW Plus) aufbereitet. Das Wasser riecht aber immer noch leicht aromatisch. Nun ist bekannt, dass solche Frostschutzmittelreste sich thermisch zersetzen, wenn sie nicht entfernt werden, es entstehen organische Säuren (die riecht man wohl eventuell), die Korrosion verursachen können.
Da das VE-Wasser nun nichts oder kaum puffern kann, kippt es leicht. Diese Säuren will ich sozusagen neutralisieren und den pH-Wert ins alkalische verschieben. Im Idealfall soll sich im VE-Wasser durch das Austreiben der Kohlensäure, die im Wasser gelöst ist, durch den Heizbetrieb ein leicht alkalischer pH durch die Carbonate herstellen, das ist die Theorie (wohin allerdings das CO2 im geschlossenen System hingehen soll, weiß ich auch nicht wirklich, vermutlich entweicht es durch die automatischen Entlüfter oder manuelle Entlüftung; bei mir gibt es nichts mehr zu entlüften).
Jemand (der Wasseraufbereitungsgeräte verkauft) meinte nun, man könne wieder alles noch gründlicher spülen (langsam unbezahlbar, außerdem kommt immer wieder korrosiver Sauerstoff ins System) oder auf der Grundlage der Säurekapazität NaOH dosiert zufügen. Weil sich hier keiner mit so kleinen Aufträgen beschäftigt, dachte ich, ich könnte es selbst versuchen.
Wenn nun diese Säurekapazität KS 4.3 fiktiv bei 0,1 mmol/l liegen würde, könnte man mit diesen Werten rechnen?
Wie gesagt, tut mir leid, wenn chemische Unwissenheit zum Ausdruck kommt.
Nobby
Verfasst am: 19. Feb 2025 17:57
Titel:
Wasser ist ja keine Säure, da braucht man keine Säure Kapazität.
Der pH Wert im alkalischen rechnet sich über den pOH Wert.
Zusammenhang pH + pOH = 14
Also bei pH 9,5 ist der pOH 14 - 9,5 = 4,5
Definiert ist pOH = - log(cOH-)
Also hier 4,5 = - log(cOH-) => cOH- = 10^(-4,5) = 3,167 * 10^(-5) mol/l
Molare Masse von NaOH ist 40 g/mol
So ergeben sich 3,167 * 10^(-5) mol/l *40 g/mol = 0,00126 g/l = 1,26 mg/l
Für 1000 l dann 1,26 g
Balthasar
Verfasst am: 19. Feb 2025 15:29
Titel:
Super, vielen Dank für eine Antwort, Nobby.
Die pH-Elektrode schafft es angeblich ab 10µS/cm. Mit wenig Zusatz von KCl in dem Wasser ist die Leitfähigkeit höher, der pH-Wert wird gleichbleibend gemessen - falls man das so machen darf.
Das VE-Wasser ist vom Anlagenhersteller vorgeschrieben und Installateure müssen mittlerweile nach dieser VDI 2035 befüllen. Dass das wegen der fehlenden Pufferkapazität kompliziert ist, merke ich.
Die Sache mit der C02-Bildung leuchtet mir ein, danke. Ich dachte daran, eine gewisse Pufferkapazität zu schaffen, das war die Idee. Aber klar NaOH wird auch wegen der kleinen Menge die Leitfähigkeit weniger erhöhen. Danke!
Aber meine Bitte
: kannst Du mir den Rechenweg / "Schätzweg" kurz erklären, dann kann ich das für weitere Anpassungen evtl. selbst anwenden.
Braucht man also für diese Berechnung/Schätzung andere Werte wie die Säurekapazität KS 4.3 oder nicht?
Nobby
Verfasst am: 18. Feb 2025 22:44
Titel:
Den pH Wert von reinem VE Wasser kann man ohne neutrale Leitsalzzugabe nicht messen. Das sind Hausnummern, die man misst. Warum musst Du unbedingt Kaliumcarbonat nehmen. Carbonate bilden Puffersysteme und bei Säureinhalt bildet sich CO2. Nicht kontrollierbar.
Besser NaOH nehmen. Für pH 9.5 braucht man 1,2 mg/l dafür. Für pH 8,3 nur 79,8 μg/l
Also für 1000 l 79,8 mg - 1,2 g je nach gewünschten pH Wert.
Da es Heizungswasser ist ist VE Wasser auch nicht das richtige. Besser EH Wasser nehmen, wo die Härtebildner Ca/Mg raus sind und gegen Na ausgetauscht sind.
Wenn der Härtegrad (Kesselsteinbildung) von dem Stadtwasser nicht zu hoch ist würde das auch reichen.
Balthasar
Verfasst am: 18. Feb 2025 22:16
Titel: pH-Wert im VE-Wasser erhöhen
Meine Frage:
Bin ich in diesem Forum mit der Frage richtig?
Ich möchte 1000 l Heizungswasser mit einem pH-Wert von 6.8 auf ca. 8.3-9.5 erhöhen (Im System ist Kupfer und Stahl, kein Alu). Leitwert ist ca. 20µS/cm. Die Carbonathärte ist <0.25 Grad dH - genauer kann ich bisher nicht messen, will mir aber ein Kit für die Säurekapazität KS 4.3 besorgen.
Kann jemand abschätzen wieviel Kaliumcarbonat K2CO3 ich dafür benötigen könnte? Und um wieviel die Zugabe wohl die Leitfähigkeit erhöht?
Meine Ideen:
ChatGPT bringt immer wieder abhängig vom Modell völlig widersprüchliche Angaben.
Ich habe, da ich noch kein reines K2CO3 habe, einen kleinen Test mit Pottasche gemacht, wo wohl auch Hydrogencarbonat mit drinnen ist. Ein einziges winziges Korn, so groß wie ein Kochsalzkorn, brachte den pH-Wert von 25ml dieses Heizungswassers auf pH 8.9 - 9.0. Die Leitfähigkeit stieg auf 40µS/cm.
Die Pufferkapazität dieses Wassers ist wohl so gering, dass winzige Mengen den pH-Wert beeinflussen.
Ich bin Laie, deswegen noch eine dumme Frage: könnte dieser angesichts der fehlenden Pufferung so leicht beeinflussbare pH-Wert bedeuten, dass sehr wenig echte Säure im Wasser vorhanden sein könnte und der pH-Wert sehr relativ zu betrachten ist, d.h. dass pH 6.8 zwar leicht sauer ist, aber dennoch nicht korrosiv? Angesichts Kupfer (Rohre) und Stahlbestandteile (wasserführender Holzofen) sollte der pH-Wert besonders angesichts des Stahls eigentlich über 8.3 sein.