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[quote="Zielgerade"][b]Meine Frage:[/b] Hallo, bin auf der Zielgeraden fuer ein Forschungspraktikum im Bereich Koordinationschemie und muss den Abschlussbericht darueber in ein paar Wochen vorlegen. Fuer die Literaturuebersicht in der Einleitung soll ich laut Betreuer auch ein paar speziellere Aspekte behandeln. Ich habe bei den meisten keine Probleme, Veroeffentlichungen zu finden, aber bei einem Thema brauche ich Hilfe. Gibt es Belege dafuer, dass einfache Chelatliganden anstatt zweizaehnig in ein Zentralatom "zu beissen" lieber "als Bruecke" zwei separate Zentralatome zusammenhalten? Die Cambridge Kristalldatenbank hat zehntausende Treffer fuer solche einfache Chelatliganden mit zwei Zentralatomen an letztere gebunden, es schaut aber so aus, als ob das dann immer daranhaengt, dass entweder eines der Donoratome "verbrueckend" wirkt (also dieses mue-Zeugs) oder dass der Ligand sterisch nicht chelatisieren kann (Quadratsaeure hat zu grosse Winkel). Vielleicht etwas besser formuliert - kennt jemand Beispiele dafuer, dass 1,2-Diaminoethan (oder 1,2-Ethandiol oder Glykolsaeure oder Glycin oder 2-Aminoethanthiol oder 2-Hydroxyethanthiol) eben gerade NICHT als Chelatligand wirken, sondern stattdessen mit einem "Zahn" als monodentater Ligand zu einem Zentralatom dativ binden und gleichzeitig mit dem anderen "Zahn" als monodentater Ligand zu einem anderen Zentralatom dativ binden? Kennt da jemand Beispiele in der Literatur? Danke! :D [b]Meine Ideen:[/b] Eigentlich ist der Chelat-Effekt in allen Lehrbuechern - gibt es also belegbare Ausnahmen davon?[/quote]
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AC-Gast
Verfasst am: 10. Okt 2024 12:26
Titel: verbrückender Ligand
Nachtrag:nach kurzer Recherche schon mal Beispiele für en und EDTA als verbrückende Liganden,wobei der en-Komplex eine Art Polymer darstellt:
Ethylenediamine as a bridging ligand: Structure solution of two cadmium(II)-based coordination polymers from powder diffraction data
".. in the binuclear complex I, the Edta ligand is coordinated
to each Cu atom
through an N atom and two O atoms with the formation of two chelate rings .." aus
Russian Journal of Inorganic Chemistry, volume 51, issue 2, pages 241-252
.
Man wird wohl noch andere Beispiele finden.
Du solltest jedoch einfach herausarbeiten,welche Faktoren einen Chelat-,und welche einen verbrückten Komplex begünstigen.
AC-Gast.
AC-Gast
Verfasst am: 10. Okt 2024 09:45
Titel: Liganden
Vorweg würde ich nicht von verbrückenden Chelat-Liganden sprechen,das kann zu Mißverstandnissen führen.
Per Definition stellt ein Chelat-Ligand mind. zwei freie EP zur Bindung an ein(!)
Zentralatom zur Verfügung.
Es gibt auch verbrückende Liganden mit mind. zwei freien EP,die aber eben an zwei Zentralatome binden.
Ob ein solcher Ligand verbrückend oder als Chelator wirkt,hängt tatsächlich u.a. vom Abstand der Bindungsstellen im Liganden ab.
Da kommt es auch darauf an,wie groß und starr der Ligand ist.
Beim 1,2-Diamonoethan würde ich jetzt annehmen,daß er kaum als verbrückender Ligand wirken kann.
Dagegen ist z.B. von 1,3-Diaminopropan schon länger bekannt,daß es auch als verbrückender Ligand agieren kann"in which the
tn
bridges two Cu(II) ions,.."(tn = 1,3-Diaminopropan) ,aus
A novel three-dimensional mixed bridging–ligand complex with an unexpected 1,3-diaminopropane bridge
,in
Journal of Molecular Structure
Volume 754, Issues 1–3, 8 November 2005, Pages 106-110
.
AC-Gast.
Zielgerade
Verfasst am: 10. Okt 2024 08:00
Titel: Kann ein Chelat-Ligand statt zu chelatisieren lieber verbrue
Meine Frage:
Hallo,
bin auf der Zielgeraden fuer ein Forschungspraktikum im Bereich Koordinationschemie und muss den Abschlussbericht darueber in ein paar Wochen vorlegen. Fuer die Literaturuebersicht in der Einleitung soll ich laut Betreuer auch ein paar speziellere Aspekte behandeln. Ich habe bei den meisten keine Probleme, Veroeffentlichungen zu finden, aber bei einem Thema brauche ich Hilfe.
Gibt es Belege dafuer, dass einfache Chelatliganden anstatt zweizaehnig in ein Zentralatom "zu beissen" lieber "als Bruecke" zwei separate Zentralatome zusammenhalten?
Die Cambridge Kristalldatenbank hat zehntausende Treffer fuer solche einfache Chelatliganden mit zwei Zentralatomen an letztere gebunden, es schaut aber so aus, als ob das dann immer daranhaengt, dass entweder eines der Donoratome "verbrueckend" wirkt (also dieses mue-Zeugs) oder dass der Ligand sterisch nicht chelatisieren kann (Quadratsaeure hat zu grosse Winkel).
Vielleicht etwas besser formuliert - kennt jemand Beispiele dafuer, dass 1,2-Diaminoethan (oder 1,2-Ethandiol oder Glykolsaeure oder Glycin oder 2-Aminoethanthiol oder 2-Hydroxyethanthiol) eben gerade NICHT als Chelatligand wirken, sondern stattdessen mit einem "Zahn" als monodentater Ligand zu einem Zentralatom dativ binden und gleichzeitig mit dem anderen "Zahn" als monodentater Ligand zu einem anderen Zentralatom dativ binden?
Kennt da jemand Beispiele in der Literatur?
Danke! :D
Meine Ideen:
Eigentlich ist der Chelat-Effekt in allen Lehrbuechern - gibt es also belegbare Ausnahmen davon?