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Ionenbindung, oder kovalente Bindung
 
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TheArtist



Anmeldungsdatum: 18.05.2020
Beiträge: 982

BeitragVerfasst am: 17. Jun 2020 05:00    Titel: Ionenbindung, oder kovalente Bindung Antworten mit Zitat

Hallo.
Eisensulfid, Eisensulfat, Eisenphosphid und Eisenphosphat sind das alles Ionenbindungen?
Chrom (3) - Oxid müsste eine kovalente Bindung sein.
Ist das alles so richtig?
Nobby
Administrator


Anmeldungsdatum: 20.10.2014
Beiträge: 5213
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 17. Jun 2020 06:56    Titel: Antworten mit Zitat

Es kommt drauf an was Du betrachtest. Die Sauerstoffbindungen zum Phosphor oder Schwefel sind im Phosphat und Sulfat kovalent. Die Bindungen zum Eisen ionisch. Die Bindungen Nichtmetall zu Metall sind immer ionisch So auch Chromoxid, Eisensulfid und - phosphid.
Auskunft darüber gibt die Tabelle der Elektronegativitäten.
AC-Gast
Gast





BeitragVerfasst am: 17. Jun 2020 11:50    Titel: Ionisch Antworten mit Zitat

In Ergänzung:im Schulbereich wird aus didakitischen Gründen gern die strikte Einteilung in die drei Bindungsarten metallisch,ionisch,kovalent gelehrt,wo
die EN-Unterschiede der Bindungspartner als Kriterium dienen.
Im realen Bereich wird eher der Bindungsanteil beschrieben,wo selbst bei einem "klassischen" Salz wie LiI ein gewisser Kovalenzanteil vorliegt.
Für eine Zuordnung als ionische Verbindung in eurer Aufgabe reicht,daß hier
Metallkationen mit Nichtmetallanionen verbunden sind.
Dabei können dann auch kovalente Bindungen in den Komplexanionen Sulfat,Phosphat vorliegen,wie von Nobby beschrieben.

AC-Gast.
TheArtist



Anmeldungsdatum: 18.05.2020
Beiträge: 982

BeitragVerfasst am: 17. Jun 2020 12:20    Titel: Antworten mit Zitat

Ich verstehe jetzt auch die Aussage des Chemie Professors.
In einer Metall Legierung sind die Bindungsarten immer sehr stark.
Deswegen ist es auch egal, ob an der Oberfläche da irgendwo ein Eisensulfid ist, oder sogar noch ein Rest reiner Schwefel, oder z.b. Phosphor.
Weil eben alles durch sehr starke Bindungen zusammen gehalten wird.
Deswegen sublimiert auch gar nix, bzw. nahezu nichts.

Auch wenn man sich das im Kopf aus Gewohnheit und Schulwissen anders zusammen reimt, weil man andere Bindungsarten gewöhnt ist.
Richtig?
AC-Gast
Gast





BeitragVerfasst am: 17. Jun 2020 12:53    Titel: Bindungg Antworten mit Zitat

TheArtist hat Folgendes geschrieben:

In einer Metall Legierung sind die Bindungsarten immer sehr stark.
Deswegen ist es auch egal, ob an der Oberfläche da irgendwo ein Eisensulfid ist, oder sogar noch ein Rest reiner Schwefel, oder z.b. Phosphor.
Weil eben alles durch sehr starke Bindungen zusammen gehalten wird.
Deswegen sublimiert auch gar nix, bzw. nahezu nichts.


Die Aussage,wenn so vom Prof(welcher Fachbereich,welches Studium eigentlich?) getroffen,ist sehr vereinfachend und mMn nicht ganz richtig.
Wie im anderen thread zu Legierungen schon angedeutet,sind die Verhältnisse bei Legierungen ebenfalls recht komplex.
Schon beim Messing selbst kannst du zwischen alpha- und beta-Messing unterscheiden,wobei letzteres eine sogenannte intermetallische Verbindung darstellt.
Es kommt auf euren Studienbezug an,wie weit man da ins Detail gehen muß/soll.
Die "Eingebundenheitt" eines Legierungsbestandteils hängt von verschiedenen Faktoren ab,wobei die Nichtmetall-Bestandteile in der Regel
nicht sublimiert werden,da sie teils ionisch gebunden sind an die Metallbestandteile.
Bei Interesse an dem Thema(und Zeit) kannst du ja mal nach diesem Buch schauen"Materialkunde der Nichteisenmetalle und -legierungen
von Jens Freudenberger, Martin Heilmaier",bzw. im Netz ein paar Einblicke gewinnen.

AC-Gast.
TheArtist



Anmeldungsdatum: 18.05.2020
Beiträge: 982

BeitragVerfasst am: 17. Jun 2020 14:21    Titel: Antworten mit Zitat

Das Buch werde ich mir auf jeden Fall holen.
Der Prof. ist vom Fachbereich Chemie.
Er hat uns schon erklärt, das in einer Metall Legierung, viele verschiedene Bindungsarten vorliegen.
Die alle relativ stark sind, weshalb praktisch kein einziges Atom an der Oberfläche genug Energie besitzt zum sublimieren.

Unser Denkfehler im Kurs war halt der, das wir dachten, das Schwefel oder auch gerade Phosphor, besonders gut sublimieren müsste.
Haben da nur in Schmelzpunkten gedacht.

Vielen dank für eure Hilfe.
magician4
Administrator


Anmeldungsdatum: 05.10.2009
Beiträge: 11716
Wohnort: Hamburg

BeitragVerfasst am: 17. Jun 2020 14:37    Titel: Antworten mit Zitat

wie AC-Gast schon sagte werden "faustregeln" bei naeherem hinsehen gelegentlich auch schnell mal unzuverlaesig, kategorisierungen brechen zusammen, grenzen verwischen sich und monokausale erklaerungen werden falsch

... und natuerlich laesst sich wasserstoff, um mal dieses extrembeispiel zu bringen , relativ problemlos aus ner platin-wasserstoff"legierung" austreiben, trotzdem die wasserstoff-platin bindungen derart stark sind, dass du da wasserstoff in einem ausmass draufballern kannst als waere er verfluessigt

es ist halt ab punkt x noch immer so, dass chemie ne stark faktenlastige angelegenheit ist, und dass es fuer manche effekte noch immer keine gute theorie gibt: metallurgie / legierungskunde u.ae. gehoert da sicher zu den davon eher stark betroffenen spezialgebieten, sobald man mal nen hauch ueber das eisen-kohlenstoff-system hinauskommt
...wobei auch das schon , selbst heute noch, mehr fragen als antworten ausweist, if memory serves - und das gehoert zu dem bestbeforschten was dieses gebiet wohl zu bieten hat

... aber ein paar leitgedanken muss man dem beginner halt mal mit auffn weg geben damit der ueberhaupt erstmal ne grundpeilung bekommt ( insofern ist euer prof entschuldigt), und solange man auf die vorlaeufigkeit unserer modelle und ggf. vereinfachten "erst"-erklaerungen dann auch hinweist, geht das schon voellig in ordnung so,meiner ansicht nach


gruss

Ingo

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ein monat im labor erspart einem doch glatt ne viertel stunde in der bibliothek!
TheArtist



Anmeldungsdatum: 18.05.2020
Beiträge: 982

BeitragVerfasst am: 17. Jun 2020 14:54    Titel: Antworten mit Zitat

Eine letzte Frage.
Wenn diese Nichtmetall - Metall Bindungen so stabil sind.
Warum ist dann der Schmelzpunkt nicht so hoch?
Eisensulfid hat z.b. nur 790 Grad und es gibt ein Eisen (2 glaube ich) Phosphat mit lediglich 70 Grad Schmelzpunkt
magician4
Administrator


Anmeldungsdatum: 05.10.2009
Beiträge: 11716
Wohnort: Hamburg

BeitragVerfasst am: 17. Jun 2020 15:51    Titel: Antworten mit Zitat

eisen(II)phosphat , wasserfrei, ist m.w.n. inexistent

der versuch, eisen(II)phosphat-octahydrat ( das gibt es: "m.p" 180°C , zers.) zu entwaessern endet , if memory serves, in einer redoxreaktion zwischen eisen(II) und phosphat, wobei dann eisen(III)verbindungen (mischoxide usw.) neben niedervalenten phosphorverbindungen ( phosphonate ... entweichendes phosphin , je nach trocknungsbedingungen) entstehen

ein eisen(II)phosphat x "was auch immer-hydrat" mit lediglich 70°C schmelzpunkt ist mir hingegen nicht gelaeufig


... und die schmelzpunkte "ionischer verbindungen", also "nichtmetall-metall" ueberstreichen einen wirklich grossen bereich, von sachen die sehr hochschmelzent sind wie korund bis zu sachen, die selbst bei raumtemperatur bereits geschmolzen sind ("ionic liquids")

es ist halt eben nur so, dass viele ionische verbindungen erst oberhalb von deutlich ein paar hundert grad die graetsche machen, weshalb man sie verallgemeinernd (und somit verkuerzt und ggf. im einzelfall auch unrichtiger weise) zu "hochschmelzenden" sachen erklaert hat


gruss

Ingo

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TheArtist



Anmeldungsdatum: 18.05.2020
Beiträge: 982

BeitragVerfasst am: 17. Jun 2020 16:11    Titel: Antworten mit Zitat

Ah okay.
Das macht dann Sinn so etwas zu verallgemeinern.
Hab auch in einigen Artikeln immer wieder Bezeichnungen wie "in der Regel", "die meisten", "fast alle" gefunden.
Mit dem gewonnenen Hintergrundwissen kann man sich dann herleiten, das in z.b. Stahle, Edelstahl, Edelstahl rostfrei, dann nur Bestandteile sind, die bei mehreren hundert Grad die Grätsche machen.
Denn alles andere, wäre ja sonst relativ zeitnah weg.
Und somit würde die Aussage, das besagte Metalle / Legierungen nahezu keinerlei Sublimation haben, ja doch wieder nicht stimmen.

Ganz schön kompliziert das alles...
LOL Hammer
TheArtist



Anmeldungsdatum: 18.05.2020
Beiträge: 982

BeitragVerfasst am: 17. Jun 2020 19:38    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe nochmal gegoggelt.
Ich meinte Eisen 2 Sulfat.
Das entsteht aber über Schwefelsäure.
Bildet sich das überhaupt in Metall?
Das ist das mit den 70 Grad Schmelzpunkt.
Nobby
Administrator


Anmeldungsdatum: 20.10.2014
Beiträge: 5213
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 17. Jun 2020 19:43    Titel: Antworten mit Zitat

Eisensulfat ist ein Salz was aus Eisen und Schwefelsäure,aber auch aus anderen Eisenverbindungen hergestellt werden kann. Das entsteht nicht im Metall sondern aus dem Metall.
AC-Gast
Gast





BeitragVerfasst am: 17. Jun 2020 19:55    Titel: Eisensulfat Antworten mit Zitat

TheArtist hat Folgendes geschrieben:
Das ist das mit den 70 Grad Schmelzpunkt.


Du meinst wohl das das Heptahydrat des Eisen(II)sulfat,welches bei ca. 64°C schmilzt.
Für die Ausgangsfrage sollte das unerheblich sein.
Sowohl das Sulfat-Anion,wie auch das Hydratwasser weist kovalente Bindungen auf,die Bindung des Eisensulfat selbst ist ionisch aufgebaut,also formal Fe2+-Kationen mit Sulfat als Gegenion.
Nochmal die Nachfrage,welchen Studiengang du abslovierst?
Gerade die Fokussierung auf Stähle und allg. Legierungen läßt vermuten,daß es nicht Chemie oder Biochemie sind.
Aber auch dann scheinen ein paar Grundlagen zu fehlen.
Trotzdem ruhig weiter hier posten und fragen.

AC-Gast.
TheArtist



Anmeldungsdatum: 18.05.2020
Beiträge: 982

BeitragVerfasst am: 17. Jun 2020 20:10    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe angefangen den Industriemeister Fachrichtung Chemie zu machen.
Schwerpunkt Anlagentechnik und Materialforschung.

Wie ist das bei dem Eisen phosphat.
Da weiß ich, das es in weit größerem Anteil im Stahl vorliegt als das Eisenphosphid.
Welche Summenformel hat das?
Nobby
Administrator


Anmeldungsdatum: 20.10.2014
Beiträge: 5213
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 17. Jun 2020 20:17    Titel: Antworten mit Zitat

Im Stahl gibt es kein Eisenphosphat. Wo steht das geschrieben?
Nicht verwechseln mit Phophatierung, wo Phosphate auf der Oberfläche gebildet werden.


Zuletzt bearbeitet von Nobby am 17. Jun 2020 20:20, insgesamt einmal bearbeitet
magician4
Administrator


Anmeldungsdatum: 05.10.2009
Beiträge: 11716
Wohnort: Hamburg

BeitragVerfasst am: 17. Jun 2020 20:20    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Ganz schön kompliziert das alles...

yep... und wer so tut all haetten wir alles schon verstanden, der luegt: fuer grosse bereiche dessen, was ist*) , haben wir ja noch net einmal eine geeignete mathematik um es zu beschreiben**)
es gibt noch viel zu entdecken und zu verstehen

ansonsten:
Zitat:
Ich meinte Eisen 2 Sulfat.
(...)
Das ist das mit den 70 Grad Schmelzpunkt.

auch das ist nicht korrekt: das ist der 1. zersetzungspunkt des heptahydrats FeSO4 * 7 H2O (ab ca. 60°C)
das wasserfreie material hat ebenfalls keinen schmelzpunkt, sondern nur einen zersetzungspunkt ( bei ca. 400°C)

naeheres:
Zitat:
Eisen(II)-sulfat kristallisiert aus wässrigen Lösungen als hellgrüne Kristalle, die 7 Mol Kristallwasser enthalten: FeSO4 · 7 H2O, daher auch der Name Eisen(II)-sulfat-heptahydrat. Nur in reinem Zustand ohne Kristallwasser (FeSO4 ) ist es hellblau. Die grünliche Färbung entsteht durch teilweise Oxidation zu Fe3+. Mit steigender Temperatur wird stufenweise Kristallwasser abgegeben. Kristallwasserabspaltung des Heptahydrats beginnt bei 60 °C, und ab 300 °C dann die des Hydrats. An trockener Luft verwittern die Kristalle, diese Kristallwasserabspaltung gelingt vollständig bei längerem Erhitzen über 70 °C, dabei entsteht das Monohydrat als farbloses Pulver FeSO4 · H2O, welches bei starkem Erhitzen ab etwa 400 °C zu Eisen(III)-oxid, Schwefeldi- und Schwefeltrioxid zerfällt.

aus: link


Zitat:
Bildet sich das überhaupt in Metall?

if memory serves:
- in verduennter schwefelsaeure + unter luftausschluss praktisch quantitativ
- in verdeuennter schwefelsaeure + unter luftzutritt erhebliche weiteroxidation zu eisen-(III)-species
- in konzentrierter schwefelsaeure bekommst du hingegen lediglich eine initialreaktion, die zu einer oberflaechen-selbstpassivierung fuehrt (FeSO4 ist in konz. H2SO4 hinreichend schwerloeslich + kompakt )
... weshalb man konzentrierte schwefelsaeure auch beispw. in eisengebinden lagern kann



gruss

Ingo


*)
wir haben ja beispw. vor grade mal erst ein paar jahren ueberhaupt erst bemerkt, dass es sowas wie dark energy ueberhaupt gibt
... was dann denjenigen teil des universums den wir ueberhaupt direkt physikalisch-experimentell untersuchen koennen auf so bummellig 10% all dessen was ist reduziert
wir kennen so gesehen grad mal 10% des naturgeschehens, und auch das noch net einmal besonders gut, verstehen zentrale, wichtige dinge noch exakt null + ueberhaupt nicht ("known unknowns"), und ich bin mir recht sicher, dass da noch einiges unverstandenes ueberhaupt nicht entdeckt worden ist ( "unknown unknowns")

darum ist es ja so wichtig zunaechst einmal skuipellos exakt fakten zu sammeln - "stoffchemie" in unserem falle zu betreiben - und diese dokumentierend zu hinterlegen
... und deshalb regt es mich so masslos auf, finde ich es einfach unertraeglich, wenn mit unserem bischen wissen dann auch noch politischer schindluder getrieben wird dass einem die rueckweand rausfaellt ( stichwort: postmoderne und postfaktische wissenschaft ... "unsere computermodelle zeigen..." )

**)
hier meine ich einzelprozesse chaotischer vorgaenge, beispw. der auftreffort eines einzel(!)photons auf den detektionsschirm, hinter dem doppelspalt: dazu gibts exakt garnuscht, weder in der mathematik noch in der physik
... und doch sind derartige dinge fundamental fuer das verstaendnis der welt: es gaebe beispw. gar keine materie, wenn wir sowas net in der fruehphase des universums hinreichend oft gehabt haetten
... denn die existenz von materie ist ein "dreckeffekt" der allen monemtanen physikalischen theorien widerspricht, der nur durch chaotische imperfektion erklaert werden kann

_________________
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Nobby
Administrator


Anmeldungsdatum: 20.10.2014
Beiträge: 5213
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 17. Jun 2020 20:29    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Zitat:
Bildet sich das überhaupt in Metall?

if memory serves:
- in verduennter schwefelsaeure + unter luftausschluss praktisch quantitativ
- in verdeuennter schwefelsaeure + unter luftzutritt erhebliche weiteroxidation zu eisen-(III)-species
- in konzentrierter schwefelsaeure bekommst du hingegen lediglich eine initialreaktion, die zu einer oberflaechen-selbstpassivierung fuehrt (FeSO4 ist in konz. H2SO4 hinreichend schwerloeslich + kompakt )
... weshalb man konzentrierte schwefelsaeure auch beispw. in eisengebinden lagern kann


Aber nicht in oder im Metall.

Verwechselt wird vermutlich Eisenphosphid oder - sulfid, welches sich im Stahl aus Phosphor oder Schwefel bilden kann.
Code:
AC-Gast
Gast





BeitragVerfasst am: 17. Jun 2020 20:42    Titel: Phosphat Antworten mit Zitat

TheArtist hat Folgendes geschrieben:
IWie ist das bei dem Eisen phosphat.
Da weiß ich, das es in weit größerem Anteil im Stahl vorliegt als das Eisenphosphid.


Woher stammt diese Info?
Im fertigen Stahl sollte kein Phosphat enthalten sein,es gibt nur die von Nobby beschriebene Oberflächenbehandlung,wo sich bevorzugt Eisen(III)phosphat bildet.
Eisenphosphide dagegen sind wiederum Legierungsbestandteile von bestimmten Gußeisenarten,wo sie als Gefügebestandteile die mechanischen Eigenschaften verbessern.
Versuche,die einzelnen Fragen nach Themen zu ordnen und in passenden Lehrbüchern jeweils nachzulesen,sonst geht es etwas durcheinander.
Aber für den Nichtchemiker wird es halt nicht so leicht,da durchzublicken.

AC-Gast.
TheArtist



Anmeldungsdatum: 18.05.2020
Beiträge: 982

BeitragVerfasst am: 17. Jun 2020 21:15    Titel: Antworten mit Zitat

http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj266/ar266093

Das ist der Artikel das sich im Stahl mehr Eisenphosphat als Eisenphosphid bildet.
Nobby
Administrator


Anmeldungsdatum: 20.10.2014
Beiträge: 5213
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 17. Jun 2020 21:23    Titel: Antworten mit Zitat

Hast Du den Text auch durchgelesen,am Ende wird die ganze Arbeit als Humbug dargestellt.

Zitat:
Die von Cheever gegebene Erklärung über die Verschiedenheit bestimmter Phosphormengen im Stahle entbehrt sonach der verlässigen analytischen Grundlage.
TheArtist



Anmeldungsdatum: 18.05.2020
Beiträge: 982

BeitragVerfasst am: 17. Jun 2020 21:30    Titel: Antworten mit Zitat

Habe ihn nicht ganz durchgelesen.
Also ist es völliger Quatsch mit dem Phosphat im Eisen???

Warum schreibt man dann so einen Artikel???

Aber aus dem Artiekl geht hervor, das Eisenphosphid unter Hitze und mit Sauerstoff zu Eisenphosphat oxidiert wird.
Also gibt es dann doch in einer Metall Legierung (laut Artikel) im bereich von hundertstel prozent ein Eisenphospaht).

Mit meinem Prof. habe ich vorhin nochmal kurz gesprochen.
Der hat noch ein paar Hausaufgaben verteilt, Corona sei dank müssen wir das meiste selbst erarbeiten.

Sein Aussage das in einer Metall Legierung alle Bindungen sehr stark sind, was hier beanstandet wurde, das es so zu sehr verallgemeinert ist und auch nicht ganz richtig ist, hat er bestätigt.
Er meinte auch das es nichts bringt zu tief in die Materie einzusteigen.
Das Thema war ja lediglich das bei den Metallen und Legierungen praktisch keinerlei Sublimation stattfindet, Legierungen und Metalle bei Normalbedingungen einen unmessbar kleinen Dampfdruck haben und das eben nicht Schwefel oder Phsophor besonders sublimieren wegen iher Schmelzpunkte.

Aber zu sehr in die Tife zu gehen mit der quantenmechanischen Chemie (hab ich so noch nie gehört), meinte er, hätte nix gebracht.
Deswegen die Verallgemeinerung.


Zuletzt bearbeitet von TheArtist am 17. Jun 2020 21:38, insgesamt einmal bearbeitet
Nobby
Administrator


Anmeldungsdatum: 20.10.2014
Beiträge: 5213
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 17. Jun 2020 21:35    Titel: Antworten mit Zitat

Ja es ist Quatsch mit dem Phosphat im Eisen. Ein gewisser Cheever hat Untersuchungen gemacht, das man Phosphat dort findet. Wurde aber von anderen Leuten widerlegt, da er bei der analytischen Methode unbewusst Eisenphosphid in Phosphat umgewandelt hat ohne jetzt mehr in die Tiefe zu gehen.
TheArtist



Anmeldungsdatum: 18.05.2020
Beiträge: 982

BeitragVerfasst am: 17. Jun 2020 21:39    Titel: Antworten mit Zitat

Laut dem Artiekl würde aber in der Stahlschlacke Eisenphosphat durch Oxidation von Eisenphosphid entstehen.
Wenn auch nur später im Stahl zu ein paar hundertstel Prozent enthalten.
Welchen Schmelzpunkt hat das dann?
Nobby
Administrator


Anmeldungsdatum: 20.10.2014
Beiträge: 5213
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 17. Jun 2020 21:46    Titel: Antworten mit Zitat

Nochmal die Messungen sind falsch, daher macht es wenig Sinn noch weiter über das Pamphlet zu diskutieren.
AC-Gast
Gast





BeitragVerfasst am: 18. Jun 2020 12:05    Titel: Eisen Antworten mit Zitat

Als "Pamphlet" würde ich das jetzt nicht bezeichnen,es wurde einfach ein fehlerhaftes Analyseverfahren von Cheever angewendet,was dann vom Autor des verlinkten Artikel klargestellt wurde.
Man sollte vielleicht auch mal auf das Erscheinungsjahr des Artikels(1887!)
achten,seitdem gibt es schon aktuellere Untersuchungen zum P-Gehalt in Stählen oder anderen Eisenmaterialien.
Zur Schlacke kann man sich mal anlesen,wie das sogenannte Thomas-Mehl entsteht.
Geht man von phosphorreichen Eisenerzen aus,wird im Verhüttungsprozeß(Thomas-Verfahren) tatsächlich Phosphat erzeugt,
welches man aber durch entsprechende Zusätze versucht,aus dem Roheisen zu entfernen.
Die verbleibenden Reste an P(als Phosphid oder kleineren Anteilen Phosphat)
können einfluß auf die Eigenschaften des Endprodukts haben.
Aufgrund deiner Info zum Hintergrund deiner Fragen würde ich auch vorschlagen,nicht zu tief in die Festkörperchemie einzusteigen.
Da muß man nicht die Quantenphysik als Grund nehmen,sondern daß sonst deutlich mehr an Wissen vermittelt werden muß als für eure Ansprüche notwendig.Das soll nicht abwertend klingen,aber selbst für einen studierten Chemiker ist das ein recht komplexes Thema,welches verschiedene Bereiche der Chemie umfaßt.
Darauf zielt die Aussage des Profs ab.
Wenn man als Einsteiger davon hört,daß in Legierungen relativ flüchtige Stoffen enthalten zu sein schein,wirkt es seltsam,daß diese nicht "ausdampfen".
Das ist die erklärte chemische Bindung von z.B. Phosphor in Form von Phosphiden.Das ist ähnlich zu sehen,wie die Eigenschaften von Natriumchlorid vgl. mit denen von Natrium und Chlor selbst.
Vereinfacht kann man sagen,daß aus Legierungen so leicht nichts sublimiert,da die Bestandteile "stark gebunden" sind.
Aber im einzelnen,abhängig von Material und Bedingungen,kann dann auch eine Sublimation relevant werden.
Das zeigt die Aufgabe mit der Zink-Legierung.
Es gibt auch andere Metalle/Legierungen,die nicht für Hoch- oder Ulrtrahochvakua geeignet sind.

AC-Gast.
TheArtist



Anmeldungsdatum: 18.05.2020
Beiträge: 982

BeitragVerfasst am: 18. Jun 2020 15:44    Titel: Antworten mit Zitat

Sehe ich genauso.
Die Beispiele waren halt tückischerweise Schwefel und Phosphor, eben weil man dann annimmt das die Sachen sublimieren.
Bin froh das ihr mir da geholfen habt.
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