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Gravimetrie - Wägungsform
 
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Hla Oad



Anmeldungsdatum: 07.03.2015
Beiträge: 37

BeitragVerfasst am: 11. März 2015 13:09    Titel: Gravimetrie - Wägungsform Antworten mit Zitat

Hall oallerseits! Wink
Ich würd es toll finden wenn sich jemand mit mir der folgenden fragestellung widmet. Also:

"Wie kann Fe2+ und Al3+ gravimetrisch bestimmt werden?
Gib jeweils die Wägeform an und erläutere, wie aus der Fällungsform die Wägeform ermittelt wird."

Also die Wägeform.. da sist doch das was als Masse vorliegt oder? Also wir haebn die Masse m einer bestimmten Probe, Salzes oder so.
Die Fällung ist doch einfach die nicht gelöste Masse die halt...gefällt wird. Ich seh da erst einmal keinen Unterschied.
Aber jedes Element hat ja eine bestimmte molare Masse M... die kann man dann anwenden um die Elemente gravimterisch zu berechnen oder? Also
w(Wertigkeit) =M(Fe/Al)/M(gesamt). Und wenn man das hat kann man den prozentualen Anteil hat, kann man das m von Eisen bzw. Alluminium berechnen?

Außerdem: "Was versteht man unter Fällung aus homogener Lösung und welche Vorteile sind damit verbunden? Welche Fällungsmittel werden zur homogenen Fällung von schwerlöslichen
Hydroxiden bzw. Sulfaten verwendet und wie lauten die Reaktionsgleichungen zur
Umsetzung des jeweiligen Fällungsmittels?"
magician4
Administrator


Anmeldungsdatum: 05.10.2009
Beiträge: 11722
Wohnort: Hamburg

BeitragVerfasst am: 11. März 2015 17:15    Titel: Antworten mit Zitat

wenn in der gravimetrie zwischen "faellungsform" und "wägeform" unterschieden wird, dann ist eine solche feinbetrachtung immer dann wertvoll, wenn das beides eben nicht das gleiche ist.

beispiel: du hast eine sosse mit aluminiumionen ( z.b. durch aufloesen von technischem aluminiumsulfat Al2(SO4)3 hergestellt), und moechtest nun naeheres zu den aluminiumionen wissen ( z.b. welche konzentration die in der suppe haben).
du schmeisst da also natriumhydroxid-loeung drauf, woraufhin sich ein weisser schleim entwickelt, der nach einiger zeit zu boden sinkt. *)
diesen schleim (der hauptsaechlich aus Al(OH)3 besteht) filtrierst du quantitativ ab (z.b. indem du ihn auf eine porzellannutsche saugst).
du hast also deine "faellungsform" geborgen

wenn du diese pampe jetzt auswaegen wuerdest, dann wuerdest du allerdings eine ueberraschung erleben: das zeug entspricht eben nicht 1:1 derjenigen masse , die du stoechiometrisch -rechnerisch erhalten solltest, wenn alle (ehemaligen) Al3+ jetzt definiert, eindeutig und ausschliesslich als aluminiumhydroxid da rumliegen wuerden**), sondern die masse ist irgendwie ne andere ( und dazu bei versuchswiederholung auch nicht jedes mal die gleiche)

wie das jetzt?
nun, das problem liegt in oben erwaehntem "hauptsaechlich".
aluminiumhydroxid tendiert naemlich dazu, in vielfaeltiger weise "aerger" zu machen wenn man es auf diese weise herstellt. ein beispiel waere (und es gibt diverse weitere sachen die da auch passieren koennen), dass zwei aluminiumhydroxide unter wasser austritt "kondensieren":

2 Al(OH)3 (HO)2Al-O-AL(OH)2

... und sowas passiert immer mal wieder anteilig (!), laesst sich praktisch nie vermeiden und auch nicht wirklich gut in seinem anteil kontrollieren
deine waegeergebnisse schwanken unkontrollierbar ( wegen des zusaetzlichen wasserverlustes, beispielsweise)

... und sowas ist der alptraum jedes analytikers.

was nun?

tja, die analytiker waren da frueher pfiffig und haben sich gesagt: wenn wir diese kondensation schon nicht kontrollieren koennen in ihrem anteil im aluminiumhydroxid, koennen wir sie dann eventuell aber "fortfuehren", solange bis eben alles kondensierbare wasser ausgetreten / verschwunden ist, und damit dann auf etwas "eindeutiges, reproduzierbares" kommen ?

und in der tat , DAS gelingt, wenn man genuegend auf der faellungsform rumheizt:

2 Al(OH)3 Al2O3 + 3 H2O

aber eben auch:

(HO)2Al-O-AL(OH)2 Al2O3 + 2 H2O

usw. usf: der ganze zoo an faellungsform-species wird in der waerme eindeutig zu aluminiumoxid gegrillt, egal welche faellungsform-species du hattest

daher: du stellst deine nutsche mit dem geborgenen "aluminiumhydroxid-schleim " in den muffeloffen, und grillst die da mal lustig bis zur gewichtskonstanz (also z.b. mal zwei stunden bei 1200°C)

... und danach hast du dann alle deine ehemaligen Al3+ ionen eben definiert in schlussendlich aluminiumoxid Al2O3 ueberfuehrt, und dieses aluminiumoxid , das ist dann deine "waegeform" (denn jetzt endlich kannst du stoechiometrisch-eindeutig rueckrechnen)


gruss


Ingo




*)
am besten unter pH-kontrolle durchzufuehren, um ein uebertitrieren zu vermeiden

**)
also 2,89086... g aluminiumhydroxid pro gramm ehemaliger Al3+ - ionen

_________________
ein monat im labor erspart einem doch glatt ne viertel stunde in der bibliothek!
Hla Oad



Anmeldungsdatum: 07.03.2015
Beiträge: 37

BeitragVerfasst am: 11. März 2015 22:14    Titel: Antworten mit Zitat

hmmmm... um nochmal konkret auf meine Fragestellung zurück zu beziehen. Was wir jetzt tangiert haben sind die instrumentellen Verfahren, was natürlich auch notwendig ist nachzuvollziehen, wobei ich das mit der Verbrennung auch so natürlich herausgelesen hab. Alumniumhydroxid ist ja fest, dann kann man das ja auch Filterpapier verwenden um die Restbestandteil auszuschließen oder? Big Laugh

Also um das nochmal gravimetrisch ichtig zu bestimmen, mit Rechnung und so... wie sieht es da aus? smile
Brassica



Anmeldungsdatum: 06.10.2013
Beiträge: 292
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 11. März 2015 23:17    Titel: Antworten mit Zitat

Wenn ich den letzten Satz richtig verstehe meinst Du das Filterpapier mit dem
mit dem Du den Niederschlag von der Lösung getrennt hast.
Dazu wird in der Analytik spezielles Filtermaterial verwendet.
Dieses hat einen bekannten Aschegehalt, der so gering ist, das er
bei der Berechnung keine Rolle spielt.
Das es mehrere Filterpapiere gibt sei nur der Vollständigkeit halber erwähnt,
genauso wie es unterschiedliche Trichterbauformen gibt.
Solltest Du etwas anderes gemeint haben..........schreib das am besten
noch einmal.
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