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Kupferspezies in Lösung aus Kupfer(I)-Nitrat
 
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GeorgB
Gast





BeitragVerfasst am: 22. Okt 2014 22:23    Titel: Kupferspezies in Lösung aus Kupfer(I)-Nitrat Antworten mit Zitat

Meine Frage:
Hallo,

Es handelt sich hierbei um eine Aufgabe der IChO, möchte ich nur schonmal vorweg erwähne.

Meine Ideen:

10 mmol Kupfer(I)-nitrat werden bei 22 °C in 1 L Wasser gelöst.
Berechnen Sie die Zusammensetzung in mol/L.
(Verwenden Sie hier K =1,72 · 10^6 (für die Disproportionierung)
(Es müssen nur kupferhaltige Spezies berücksichtigt werden.) und K_s = 10^{-6,75}

Meine Idee Hierzu es ist ein gekoppeltes Gleichgewicht

I:

Kupfer(II) liegt in wässriger Lösung hydratisiert vor also als Hexaaquakomplex

II:


damit ist

und

dann wird K_II nach umgestellt und das wird in K_I eingesetzt und dann nach aufgelöst.
da ich dann habe kann ich durch einsetzen in K_II auch berechnen.
Am ende ist

Oder ist dieses Vorgehen Falsch ?!
magician4
Administrator


Anmeldungsdatum: 05.10.2009
Beiträge: 11395
Wohnort: Hamburg

BeitragVerfasst am: 22. Okt 2014 23:21    Titel: Antworten mit Zitat

ich moechte einwenden, dass dir pro (per disproportionierung entstehendem) Cu2+ ja auch ein Cu0 anfaellt (und ausfaellt)


dies muesstest du geeignet einpflegen (was du aber nicht getan hast), weshalb deine terme "KI = " und "am ende ist.." m.a.n. falsch sind

auch solltest du nochmal ganz genau hingucken, was du aus deiner (der benennung [sofern man eine bestimmte gleichsetzung benutzt], nicht jedoch der anzahl der species nach korrekten) formulierung fuer "am ende ist..." ueber das oben gesagte hinaus fuer den nenner von KI noch lernen kannst: da steckt naemlich noch ein zweiter fehler drin

zusaetzlich solltest du ueberpruefen, ob (angesichts deiner doch ja recht geringen konzentrationen) deine naeherung [Cu(H2O)5(OH)]+ [H+] hinreichend statthaft ist, oder ob du nicht doch (genauer) unter einbezug des KW hier rechnen muesstest: zumindest solltest du das fuer dich mal verifiziert haben, ehe du ggf. darauf verzichtest

gruss

Ingo

_________________
ein monat im labor erspart einem doch glatt ne viertel stunde in der bibliothek!
GeorgB
Gast





BeitragVerfasst am: 23. Okt 2014 11:30    Titel: Antwort Antworten mit Zitat

Hallo Ingo,

Danke für deine Einwände. Mein Problem ist bei K_I ,dass laut Massenwirkunsgesetz die Konzentration von Feststoffen ( Cu0) als 1 definiert wird und deswegen im Term von K_I auch nur als 1*... auftaucht.

Mir ist klar das genauso viel Stoffmenge an Cu0 entstehen muss, wie an Cu2+ mir ist aber nicht Klar wie ich das ins Massenwirkungsgesetz einbinden kann, denn die Konstante K_I ist ja nur für die Formulierung



und nicht für


oder wäre die Konstante auch dafür Richtig?
magician4
Administrator


Anmeldungsdatum: 05.10.2009
Beiträge: 11395
Wohnort: Hamburg

BeitragVerfasst am: 23. Okt 2014 16:57    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Mein Problem ist bei K_I ,dass laut Massenwirkunsgesetz die Konzentration von Feststoffen ( Cu0) als 1 definiert wird (...)

das ist nicht das problem welches ich meinte, denn dein ansatz ist insoweit korrekt: die aktivitaet von feststoffen wird in dieser art das MWG zu formulieren gleich 1 gesetzt
(mithin: deine beiden angefragten formulierungen am ende sind in der tat doch gleichwertig [man formuliert dort dann nich c(Cu0) sondern a(Cu0) , aber das ist jetzt grad nebengeraeusch: auf jeden fall wirds gleich 1 gesetzt])

nein, mir geht es um deine(ersatz-)formulierung fuer die gleichgewichts-Cu+ konzentration in dem "KI= " term: da stecken gleich 2 fehler drin (und einer davon eben dann auch in deiner abschliessenden teilchen- / konzentrationsbilanz "am ende ist..." )

nachdenkhilfe zu dem einen fehler: um wieviel wird dein initiales inventar c0 an Cu+ geschmaelert, wenn du genau 1 konzentrationseinheit Cu2+ generiert hast (und du zunaechst ausschliesslich den redoxvorgang zu betrachten haettest) ?


gruss

Ingo

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Zuletzt bearbeitet von magician4 am 23. Okt 2014 17:07, insgesamt einmal bearbeitet
ka



Anmeldungsdatum: 01.10.2012
Beiträge: 1835

BeitragVerfasst am: 23. Okt 2014 17:06    Titel: Re: Antwort Antworten mit Zitat

GeorgB hat Folgendes geschrieben:
Mein Problem ist bei K_I ,dass laut Massenwirkunsgesetz die Konzentration von Feststoffen ( Cu0) als 1 definiert wird
Die "1" ist zwar richtig, aber nicht etwa deshalb , weil die Konzentration eines Feststoffs "als 1 definiert wäre" , sondern weil in der thermodynamisch korrekten Form des MWG Aktivitäten stehen und diese für Reinstoffe in fester oder flüssiger Form mit z.B a(CuO) = 1 = a(Cu) definiert sind und für Ionen gilt



Für sehr hoch verdünnte Lösungen kann man ( wegen bei hinreichend hoher Verdünnung verachlässigbarer interionischer Wechselwirkung ) den Aktivitätskoeffizienten näherungsweise f = 1 setzen, so dass näherungsweise gilt :


_________________
Friedrich Karl Schmidt
GeorgB
Gast





BeitragVerfasst am: 23. Okt 2014 22:40    Titel: Antwort Antworten mit Zitat

Das ich in dem Fall die aktivitäten als 1 annehme war mir schon klar, ich habe ja auch keine Informatonen über irgendwelche Effekte, die die Aktivität bestimmen, außerdem sind 10 mmol/L nicht sehr konzentriert und deswegen kann ich ruhig von Aktivitäten von 1 ausgehen.

Okay danke für den Einwand Ingo
Zitat:
um wieviel wird dein initiales inventar c0 an Cu+ geschmaelert, wenn du genau 1 konzentrationseinheit Cu2+ generiert hast (und du zunaechst ausschliesslich den redoxvorgang zu betrachten haettest) ?



Ich muss also K_I dahingehend korriegieren:



Mein abschließender Term kann auch nicht Richtig sein, da ich die "Konzentration/Stoffmenge" des eingesetzten nicht berücksichtigt habe.

Also müsste die Gleichung so korrigiert Werden:

oder mit den Stoffmengen besser so formuliert:



Aber mir ist immer noch nicht klar wie ich dann auf die Konzentration/Stoffmenge von Kupfer(0) komme. Diese müsste theoretisch gleich der "urspünglichen" Konzentration von Cu(II) sein?
magician4
Administrator


Anmeldungsdatum: 05.10.2009
Beiträge: 11395
Wohnort: Hamburg

BeitragVerfasst am: 24. Okt 2014 02:13    Titel: Re: Antwort Antworten mit Zitat

GeorgB hat Folgendes geschrieben:


Ich muss also K_I dahingehend korriegieren:



ok, die erste fehlerquelle in "KI = " scheinst du gefunden zu haben (so zumindest interpretiere ich deinen loesungsvorschlag mit "x 2" ): da muss natuerlich "irgendwie das doppelte" in abzug gebracht werden, ja

auch deiner korrektur bezgl. der finalen teilchenbilanz in der stoffmengenbezogenen formulierung fuer "am ende ist..." stimme ich zu: das scheint mir jetzt komplett korrekt, dieser letzte teil

zurueck jedoch zu "KI = " , und zwar wenn man ausgehend von der initialueberlegung "ausschliessliche betrachtung des redox- gleichgewichts" dann weiterdenkt richtung der beiden gekoppelten gleichgewichte (also das, was wir schlussendlich tatsaechlich hier zu betrachten haben): das doppelte wovon?
von allem Cu+ natuerlich, welches jemals richtung Cu2+/Cu0 disproportioniert ist, unbeschadet der frage ob da spaeter nochwas weiterreagiert hat oder nicht ...
.... und das ist eben nicht "nur" die spaeter GG-konzentration an [Cu(H2O)6]2+ im spannungsfeld zwischen den beiden gleichgewichten, sondern das ist die summe beider kupfer(II)-species

du musst also wie folgt korrigieren:




soderle, und nunmehr kannst du ans vorlaeufige zusammenfummeln deiner beiden gleichungssysteme gehen, und dir dann abschliessend nochmal ueberlegen , ob deine in "KII = " drinsteckende naeherung c([Cu(H2O)5(OH)]+) [H+] hier noch statthaft ist, oder ob du da nicht doch irgendwie das KW des wassers mit reinfummeln musst

Zitat:
Aber mir ist immer noch nicht klar wie ich dann auf die Konzentration/Stoffmenge von Kupfer(0) komme. Diese müsste theoretisch gleich der "urspünglichen" Konzentration von Cu(II) sein?


wenn du damit sowas hier in der art meinst
n (Cu0) = n(Cu2+) "urspruenglich" = n([Cu(H2O)6(OH)]2+) + n([Cu(H2O)5(OH)]+)

...dann stimme ich dir zu



gruss

Ingo

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Zuletzt bearbeitet von magician4 am 06. Nov 2014 14:02, insgesamt 2-mal bearbeitet
GeorgB
Gast





BeitragVerfasst am: 24. Okt 2014 11:47    Titel: Antwort Antworten mit Zitat

Hallo Ingo,

Danke für deine schnelle Rückantwort.
Ich habe alles Super verstanden, Nochmal danke für die guten Hinweise
ka



Anmeldungsdatum: 01.10.2012
Beiträge: 1835

BeitragVerfasst am: 24. Okt 2014 12:23    Titel: Re: Kupferspezies in Lösung aus Kupfer(I)-Nitrat Antworten mit Zitat

GeorgB hat Folgendes geschrieben:


10 mmol Kupfer(I)-nitrat werden bei 22 °C in 1 L Wasser gelöst.
Berechnen Sie die Zusammensetzung in mol/L.
(Verwenden Sie hier K =1,72 · 10^6 (für die Disproportionierung)
(Es müssen nur kupferhaltige Spezies berücksichtigt werden.) und K_s = 10^{-6,75}


Da ich nicht davon ausgehe, dass den ICHO - Damen und Herren eine Berechnung auf der Basis von Aktivitäten vorschwebt, sollte man die Damen und Herren daran erinnern, dass die beiden hier einschlägigen Gleichgewichtskonstanten nicht dimensionslos sind .

Im Übrigen schätze ich wie folgt : Das Cu+ setzt sich bis zum Gleichgewicht so weitgehend um, dass die Cu2+ - Konzentration im Bereich der Anfangskonzentration von Cu+ , also 10 mmol/L = 0,01 mol/L liegen dürfte.
Das Protolysegleichgewicht betreffend kann man wegen

Anfangskonzentration >> Ks

mit der Formel für niedrige Dissozziatiosgrade rechnen, die immer noch weit überwiegend falsch als "Formel für schwache Säuren" bezeichnet wird.

Was hier zu einem Ergebnis im Bereich von pH ungefähr 4,4 führen sollte, der seinerseits weit genug von pH = 7 entfernt sein dürfte, so dass man die H+ - Ionen aus der Autoprotolyse des Wassers bei der Berechnung des Protolysegleichgewichts mMn nicht berücksichtigen muss.

Im Übrigen sollte man die beiden Gleichgewichte jedes für sich berechnen können, Also erst einmal die Cu2+ Konzentration aus dem Redoxgleichgewicht und mit diesem Wert als Gesamtkonzentration in die MWG - Beziehung für das Protolysegleichgewicht eingehen.

_________________
Friedrich Karl Schmidt
magician4
Administrator


Anmeldungsdatum: 05.10.2009
Beiträge: 11395
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BeitragVerfasst am: 24. Okt 2014 15:20    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
(..)Im Übrigen schätze ich wie folgt : Das Cu+ setzt sich bis zum Gleichgewicht so weitgehend um, dass die Cu2+ - Konzentration im Bereich der Anfangskonzentration von Cu+ , also 10 mmol/L = 0,01 mol/L liegen dürfte. (...)

obschon ich Ihre abschaetzung der gleichgewichtslage qualitativ teile, sollten Sie ihre aussage zum resultierenden numerischen wert der Cu2+ - konzentration nochmal vertieft ueberdenken...
... denn schliesslich entsteht ja stoechiometrisch gekoppelt zwangslaeufig auch Cu0



gruss

Ingo

_________________
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ka



Anmeldungsdatum: 01.10.2012
Beiträge: 1835

BeitragVerfasst am: 24. Okt 2014 16:45    Titel: Antworten mit Zitat

magician4 hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
(..)Im Übrigen schätze ich wie folgt : Das Cu+ setzt sich bis zum Gleichgewicht so weitgehend um, dass die Cu2+ - Konzentration im Bereich der Anfangskonzentration von Cu+ , also 10 mmol/L = 0,01 mol/L liegen dürfte. (...)

obschon ich Ihre abschaetzung der gleichgewichtslage qualitativ teile, sollten Sie ihre aussage zum resultierenden numerischen wert der Cu2+ - konzentration nochmal vertieft ueberdenken...
... denn schliesslich entsteht ja stoechiometrisch gekoppelt zwangslaeufig auch Cu0
gruss

Ingo


Fehler erkannt, die nach Gleichgewichtseinstellung erreichbare Cu2+ Konzentration muss unter 0,005 mol/L bleiben.

_________________
Friedrich Karl Schmidt
magician4
Administrator


Anmeldungsdatum: 05.10.2009
Beiträge: 11395
Wohnort: Hamburg

BeitragVerfasst am: 24. Okt 2014 16:50    Titel: Antworten mit Zitat

einverstanden

gruss

Ingo

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SK
Gast





BeitragVerfasst am: 31. Okt 2014 13:59    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe noch eine Frage an Ingo: Wie kommen Sie im Zähler des Terms für K auf c([Cu(H2O)6]2+)? Müsste man da nicht alle Cu2+-haltigen Spezies betrachten?

Gruß
magician4
Administrator


Anmeldungsdatum: 05.10.2009
Beiträge: 11395
Wohnort: Hamburg

BeitragVerfasst am: 31. Okt 2014 15:51    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Wie kommen Sie im Zähler des Terms für K auf c([Cu(H2O)6]2+)?


die gleichgewichtskonstante KI beschreibt ausschliesslich (!) das MWG zum vorgang
2 Cu+ Cu0 + Cu2+ und ist daher ganz klassisch zunaechst wie folgt zu formulieren:



(wobei Cu2+ hier als der hexaquakomplex [Cu (H2O)6]2+ zu verstehen ist)

... und der rest sind dann eben die im thread naeher erlaeuterten umformungen dieses ausdrucks, und in deren verlauf bleibt das eben im zaehler insoweit genau das, was es von anfang an war: [Cu(H2O)6]2+

daher:
Zitat:
Müsste man da nicht alle Cu2+-haltigen Spezies betrachten?

nein, denn das GG beschreibt eben nicht das verhaltnis aller Cu(II) species in der sosse zum quadrat der Cu(I) species, sondern betrachtet nur eine der species, den hexaquakomplex naemlich

gruss

Ingo

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ka



Anmeldungsdatum: 01.10.2012
Beiträge: 1835

BeitragVerfasst am: 06. Nov 2014 13:36    Titel: Antworten mit Zitat

SK hat Folgendes geschrieben:
Ich habe noch eine Frage an Ingo: Wie kommen Sie im Zähler des Terms für K auf c([Cu(H2O)6]2+)? Müsste man da nicht alle Cu2+-haltigen Spezies betrachten?



Falls Sie das Dispropotionierungsgleichgewicht meinen , so teile ich die (ihre ? ) Auffassung, dass im Zähler des " MWG - Quotienten " die Summe aller Konzentationen von Cu2+ haltigen Spezies stehen muss , insbesondere die Summe der Konzentrationen der deprotonierten und der nicht deprotonierten Form des Hexaqua - Komplexions.

_________________
Friedrich Karl Schmidt
magician4
Administrator


Anmeldungsdatum: 05.10.2009
Beiträge: 11395
Wohnort: Hamburg

BeitragVerfasst am: 17. Nov 2014 19:58    Titel: Antworten mit Zitat

selbst das unfallfreie aufstellen eines disproportionierungs - MWG fuer einen so simplen vorgang wie 2 Cu+ Cu0 + [Cu(H2O)6]2+ scheint manchen leuten massive probleme zu bereiten..
_________________
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JanaGe



Anmeldungsdatum: 13.11.2014
Beiträge: 14

BeitragVerfasst am: 17. Nov 2014 20:44    Titel: Antworten mit Zitat

magician4 hat Folgendes geschrieben:
selbst das unfallfreie aufstellen eines disproportionierungs - MWG fuer einen so simplen vorgang wie 2 Cu+ Cu0 + [Cu(H2O)6]2+ scheint manchen leuten massive probleme zu bereiten..


Ich sehe jetzt auch nicht, wieso da der Hexaquakomplex mit 6H2O alleine steht und nicht auch der mit einem OH und 5 H2O.
Immerhin geht es ja um die Konzentration an Cu2+ Ionen, die ja beide Stoffe enthalten.
Bisher habe ich hier noch keine Begründung gelesen, weshalb dort tatsächlich nur der eine Komplex stehen sollte, deine Argumentation läuft immer auf "es ist so, weil es so ist" hinaus. Könntest du uns deinen Gedankengang einmal ausführlich darlegen, wären die Probleme wohl alle beseitigt. Hilfe
magician4
Administrator


Anmeldungsdatum: 05.10.2009
Beiträge: 11395
Wohnort: Hamburg

BeitragVerfasst am: 17. Nov 2014 22:10    Titel: Antworten mit Zitat

das ist relativ simpel: du hast da zwei vorgaenge,und zu jedem gehoert ein separates gleichgewicht , mit einer eigenen gleichgewichtskonstante
(dass die miteinander irgendwie gekoppelt sind, ist insoweit erstmal unerheblich, was das korrekte aufstellen des einzelnen MWG betrifft)

... und du kannst nicht einfach in den MWG - ausdruck fuer eines der gleichgewichte da irgendwie irgendwas von dem anderen gleichgewicht mal eben so mit untermanschen.

ja, man kann sowas kombinieren (z.b. ueber ne ladungsbilanz-rechnung o.ae.) - darin besteht ja auch die aufgabe - aber eben nicht einfach mal eben "irgendwie" so, indem man da "minus deprotonierte form" mal locker in abzug bringt: ineinandergreifende gleichgewichte sind halt anders zu behandeln

... und wie das, ausgehend von einem gegebenen "formalen" c0(Cu+) dann geht, dazu ist hier im thread das meiste ja schon geschrieben

daher:
es ist einfach als vorgehensweise nicht erlaubt das so zu behandeln

gruss

Ingo

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JanB
Gast





BeitragVerfasst am: 21. Nov 2014 23:17    Titel: Frage Antworten mit Zitat

Ich habe auch eine Frage an Inge:

Wieso kann ich annehmen dass die nCu0=Summer der Komplexe ist, wenn ich doch davon ausgehe das nCu0=nCu2+anfang entspricht....vernachlässige ich dabei nicht die Cu2+ Ionen, die nicht zum Hexaaqua-Komplex reagieren?

JanB
magician4
Administrator


Anmeldungsdatum: 05.10.2009
Beiträge: 11395
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BeitragVerfasst am: 21. Nov 2014 23:38    Titel: Antworten mit Zitat

wenn Cu-(II) salze in wasser geloest werden, so liegen alle Cu2+- ionen hinterher als entsprechende komplexe vor: eine andere form des "geloest seins" gibt es nicht

insbesondere sind also "freie", nicht-komplexierte Cu2+ - ionen"loesungen" inexistent in der chemie: sowas gibts nur in der physik, irgendwo im hochvakuum, nach ionisierung...


gruss

Ingo

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Gast38
Gast





BeitragVerfasst am: 22. Nov 2014 19:43    Titel: Antworten mit Zitat

Ich hätte noch eine Frage an zu dem von magician korrigierten MWG zu K 1.

Der Term im Nenner soll ja die Cu+-Konzentration ausdrücken.

Also die Ausgangskonzentration c0 - 2* das gebildete Hexaaquakomplexteilchen. Soweit komm ich mit, aber warum wird die Konzentration des CU(H2O)5(OH) addiert und nicht subtrahiert, beziehungsweise was hat dieses Teilchen überhaupt mit der Konzentrationsbilanz des Cu+ zu tun?
magician4
Administrator


Anmeldungsdatum: 05.10.2009
Beiträge: 11395
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BeitragVerfasst am: 22. Nov 2014 19:56    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
aber warum wird die Konzentration des CU(H2O)5(OH) addiert und nicht subtrahiert,

schau genau hin: da steht a - 2*(b+c)

mithin wird auch c subtrahiert

Zitat:
beziehungsweise was hat dieses Teilchen überhaupt mit der Konzentrationsbilanz des Cu+ zu tun?

wenn dir ein c0 gegeben ist, so berechnet sich das schlussendlich verbleibende c dadurch, dass du alle anderen "nachfolgend" entstehenden Cu-species davon subtrahierst

..denn schliesslich beschreibt das dir mitgeteilte K ja eben nur das verhaeltnis gegen Cu+ "rest"


gruss

Ingo

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Gast38
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BeitragVerfasst am: 22. Nov 2014 20:15    Titel: Antworten mit Zitat

Ah, da bin ich mit den Klammern durcheinander gekommen, das ergibt natürlich Sinn.

Nur mal so interessehalber, wenn ich das allergenauste Ergebnis haben wollte, dann müsste ich ja a) noch die Komplexbildungsreaktion als GG betrachten (weil man geht ja sonst (auch berechtigterweise) davon aus, dass kein alles Cu2+ sofort hydratisiert) und b) das KW einrechnen (also die H3o+ die schon im Wasser sind). Ist das so weit richtig?
magician4
Administrator


Anmeldungsdatum: 05.10.2009
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BeitragVerfasst am: 22. Nov 2014 20:28    Titel: Antworten mit Zitat

(a) ist unsinnig, denn es gibt in loesung kein anderes Cu+ als solches, welches entsprechend hydratisiert da rumspaddelt: "unsolvatisierte, freie" ionen sind in loesungen inexistent

(b) yep, korrektopladistens koenntest du da auch das KW mit reinfummeln

ob das allerdings hier in irgendeiner relevanten nachkommastelle ein rollo spielt... ?

aber du kannst es ja mal spasseshalber einmal mit, und einmal ohne rechenen, und schaun was du selbst so dazu meinst



gruss

Ingo

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Gast38
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BeitragVerfasst am: 22. Nov 2014 20:47    Titel: Antworten mit Zitat

Naja das war eher eine sehr theoretische Überlegung um das Prinzip zu verinnerlichen, es gibt bestimmt auch 1 von 1 Billion Teilchen, welches nicht hydratisiert und sei es weil die absolute Anzahl der Wassermoleküle nicht durch 6 teilbar ist Big Laugh Big Laugh

aber auch die H3O+ im Ionenprodukt kann man glaube ich vernachlässigen, bei dem ph-Wert den ich erhalten hab
magician4
Administrator


Anmeldungsdatum: 05.10.2009
Beiträge: 11395
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BeitragVerfasst am: 22. Nov 2014 21:38    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
es gibt bestimmt auch 1 von 1 Billion Teilchen, welches nicht hydratisiert und sei es weil die absolute Anzahl der Wassermoleküle nicht durch 6 teilbar ist


ueber diese begruendung wuerde ich an deiner stelle noch mal sehr intensiv nachdenken, angesichts von ca. 55,5 mol/L wasser denen max. lediglich 10 mmol Cu+ gegenueberstehen koennten, selbst wenn keinerlei disproportionierung eintreten wuerde

:teufel:

Zitat:
aber auch die H3O+ im Ionenprodukt kann man glaube ich vernachlässigen, bei dem ph-Wert den ich erhalten hab

na, wenn du das denn so berechnet hast , dann wirds wohl auch seine richtigkeit haben

gruss

Ingo

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Gast38
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BeitragVerfasst am: 22. Nov 2014 21:58    Titel: Antworten mit Zitat

Ja das macht weniger Sinn, wenn man so drüber nachdenkt. Aber vom Prinzip her ist doch auch das eine GG-Reaktion, bei der zwar das Gleichgewicht komplett rechts liegt, aber bestimmt auch sehr sehr vereinzelt die Rückreaktion vertreten ist.

Danke nochmal für die Hilfe smile
Gast38
Gast





BeitragVerfasst am: 22. Nov 2014 22:01    Titel: Antworten mit Zitat

Wie ist das eigentlich mit den nächsten Protolysestufen, also geben die Hydratkomplexe oft mehr als ein Proton ab, oder kann man das auch vernachlässigen?
magician4
Administrator


Anmeldungsdatum: 05.10.2009
Beiträge: 11395
Wohnort: Hamburg

BeitragVerfasst am: 22. Nov 2014 22:50    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Aber vom Prinzip her ist doch auch das eine GG-Reaktion, bei der zwar das Gleichgewicht komplett rechts liegt, aber bestimmt auch sehr sehr vereinzelt die Rückreaktion vertreten ist.

nein

nicht alles in der chemie ist allein schon deshalb mit den formalismen des chemischen gleichgewichts (sinnvoll) beschreibbar, und eine untersaettigte loesung gehoert in eben genau jene kategorie.

... und genau deshalb gibt es eben auch nicht in jeder loesung automatisch auch "ein winzigkleines eckchen des ungeloesten"
Zitat:

Wie ist das eigentlich mit den nächsten Protolysestufen, also geben die Hydratkomplexe oft mehr als ein Proton ab, oder kann man das auch vernachlässigen?

die naechste deprotonierungsstufe des [Cu(H2O)5(OH)]+ waere m.w.n. gleich das [Cu(H2O)4(OH)2] , welches aber instabil ist bzgl. der sofortigen dehydratation zu unloeslichem Cu(OH)2


gruss

Ingo

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Gast38
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BeitragVerfasst am: 22. Nov 2014 23:58    Titel: Antworten mit Zitat

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