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In welche Richtung läuft die Reaktion ab
 
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Chemieniete1
Gast





BeitragVerfasst am: 19. Dez 2011 11:35    Titel: In welche Richtung läuft die Reaktion ab Antworten mit Zitat

Meine Frage:
Gegeben ist die Reaktion
HI + NaF <--> HF + NaI

Meine Ideen:
In welche Richtung läuft die Reaktion ab? Wie kann ich da am besten vorgehen, um die Lösung zu bekommen. Ein Tip wär ganz schönsmile
pawn



Anmeldungsdatum: 27.10.2004
Beiträge: 250

BeitragVerfasst am: 19. Dez 2011 11:43    Titel: Antworten mit Zitat

Du hast hier eine Säure-Base-Reaktion wobei die stärkere Säure die schwächere Säure verdrängt hin zu dessen Salz. Suche dir also die Säurenstärken von der Flusssäure und dem Iodwasserstoff heraus und dann weisst du in welche Richtung die Reaktion läuft.
Hilfreiche Stichworte sind hierbei:
Säurekonstante
pKs-Wert
korrespondierende säure base paare

Gruß
pawn
Chemieniete1
Gast





BeitragVerfasst am: 02. Jan 2012 13:30    Titel: Antworten mit Zitat

Man kann dort doch auch bestimmt gut mit der HSAB Theorie arbeiten, also mit der Unterteilung in harte/weiche Säure/Base. Das wär mein erster Ansatz gewesen.
Chemieniete1
Gast





BeitragVerfasst am: 02. Jan 2012 23:23    Titel: Antworten mit Zitat

Jetzt hab ich eine schwerere Reaktionsgleichung.
AlI3 + 3 NaF <---> AlF3 + 3 NaI

Da ist ja jetzt auch keine Säure vorhanden mit der ich argumentieren kann. Laut dem HSAB Konzept passen NaF gut zusammen und NaI passen gut zusammen und AlF3, weil alle harte Säuren bzw Basen sind.
Damit kann ich also auch nicht so gut argumentieren.
Die Reaktion soll nach rechts ablaufen. Wie kann ich das bestimmen?
magician4
Moderator


Anmeldungsdatum: 05.10.2009
Beiträge: 5837
Wohnort: Hamburg

BeitragVerfasst am: 03. Jan 2012 01:24    Titel: Antworten mit Zitat

ich hab ja keine ahnung wer sich solche aufgaben ausdenkt, aber irgendwie sind die so unglaublich sinnfrei, solange man dir/uns nicht verraet ueber welche randbedingungen wir ueberhaupt reden

ansonsten, mein tip was da passiert:

(a) wenn ich aluminiumiodid mit NaF zusammenmoerser...
... dann passiert da erstmal ueberhaupt und ausgesprochen gar nix


von wasser hat keiner was gesagt, also halt ich da mal den bunsenbrenner drunter und stell fest: bei ~ 200°C beginnt da was zu schmelzen, und bei ~ 360° dampft mir da was weg (und das ist das aluminiumiodid, das hat das nunmal so an sich)

(b) in einer nebenreaktion werden ein paar NaF sich bequemen, in dem kurzen intervall des rumspaddelns im "loesungsmittel" AlI3 - schmelze mal kurzfristig etwas kryolith zu generieren: AlI3 + 6 NaF --> Na3[AlF6] + 3 NaI

(c) wenn ich hingegen aluminiumfluorid mit NaI zusammenmoerser...
... dann passiert da initial ebenfalls nix

halte ich da dann den bunsenbrenner drunter, muss ich es wohl etwas heisser machen als unter (a), aber auch dann wird sich wohl die leichtfluechtigste komponente hauptsaechlich verabschieden sobald die randbedingungen fuer "ionenwanderung" gegeben sind, und es wird sich ebenfalls als weiteres produkt kryolith bilden (wobei dann ueberschuessiges NaI zurueckbleibt): 2 AlF3 + 3 NaI --> AlI3 (g) + Na3[AlF6]


soderle, soweit meiner ansicht nach der einbruch der realitaet in die uebrige gegenwart.
das verhalten des systems in wasser wolln mer jetzt wirklich net dezidiert analysieren (AlI3 hydrolysiert explosionsartig, wohingegen NaF und NaI sich gesittet aufloesen, und AlF3 eher ueberwiegend ungeloest zu boden sinkt), oder was da passiert wenn man den ganzen schmonzes wieder eindampft (vermutlich aus der nebenreaktion [Al(H2O)6]3+ + F- --> [Al(H2O)(OH)]2+ (stellvertretend fuer weitere oxyhdrate und und und..) + HF (co-fluechtig, in gewissem umfang, beim abdampfen des wassers) eine nicht sehr angenehme HF-entwicklung: das ist unerquicklich und eh weit weit ab von deiner aufgabenstellung


... und ansonsten, wegen HSAB, wenn man also mal so tut als gaebe es die realitaet gar nicht, dann wuerde ich sagen, dass man dort eben auch in der haerte differenzieren kann: Al3+ (0.05 nm, 3-fach positiv) ist dann haerter als Na+ (0.095 nm, einfach positiv) und fluorid dann eben haerter iodid (kleinerer "ionenradius" bei gleicher ladung), und dann passt Al besser zu F (und NaI hat das nachsehen)

... und sowas in der art wird sich Maexchen (oder Maria?) wohl gedacht haben, als er (oder sie?) diese erlesene aufgabe komponierte

gruss

ingo

p.s.: du kannst ja mal vergleichen was HSAB dazu sagt, ob da was passiert, wenn du
(a) KBr + H2SO4
(b) KI + H2SO4

zusammengibst und leicht erwaermst

dann kannste das ganze nochmal machen, aber mit NaHSO4 statt H2SO4 (und etwas staerkerem erwaermen), und versuchen das nach dem prinzip "starke saeure verdraengt schwache saeure aus ihrem salz" zu prognostizieren

... und alle vier ergebnisse dann mal durch einen blick in buch, was da tatsaechlich passiert, dann mit der realitaet konfrontieren.

_________________
ein monat im labor erspart einem doch glatt ne viertel stunde in der bibliothek!
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